Beiträge von Brigitte im Thema „Bücherecke“

    Wie schön Du das gesagt hast! Ja, gute Impulse fürs Leben ... :jau:


    Apropos Schundliteratur:
    Dieser Begriff war natürlich bei uns immer dann ganz flott im Munde, wenn es um westdeutsche, kapitalistische Literatur ging. All das, was von "drüben" kam, war zu meiden. Ganz besonders verpönt waren ja dabei die "Groschenromane", also die Liebes-Roman-Heftchen, die man hier nur "Schundliteratur" nannte.
    Nicht natürlich unter uns (damals) Jugendlichen. So einige wenige gelangten auch schon mal in meine Hände. Aber nur ganz heimlich - unter der Hand - durfte das geschehen. Auch in der Schule wurden wir aufgeklärt, dass diese Heftchen nur "Schundliteratur" seien, wo es um kapitalistisches Gedankengut und Lebensarten geht, die zu verwerfen sind. Arm kriegt reich, Ellenbogengesellschaften......undso...!
    Das passte so gar nicht ins sozialistische Weltbild, das wir verinnerlichen sollten!


    Übrigens: Wenn ich heutzutage hier ins Altenheim gehe, dann staune ich immer wieder, wie interessiert die uralten Leute noch heute genau diese Art "Schundliteratur" bevorzugt und mit Begeisterung lesen! Die haben dort Berge dieser Heftchen! :D


    Ansonsten: Ich las stets nachts unter der Bettdecke bei Taschenlampenschein. :yippie: Immerhin lag ja meine Mutter neben mir, die mir das natürlich verboten hatte. :hm: Aber - wenn man doch wissen muss, wie s weiter geht! ?(
    Ich hab in den Betriebsbibliotheken meiner Mutter mir monatlich 4-5 Bücher ausgeliehen. Das war ne feine Sache! :freu:


    Vielen Dank für den sehr interessanten Link über Karl Mai. :jau:


    Bevor ich den Ring Tommys "Die Kinder von Büllerbü" - Buch überlasse,


    möcht ich noch einwerfen, dass Karl Mai im Osten sehr verpönt war. Als Literat war er nicht anerkannt, und seine Sichtweise über die geplagten, durch die Weißen ausgebluteten Indianer,fand man nicht realistisch genug in seinen Büchern beschrieben.
    Die Solidarität und das schlimme Geschehen um die Indiander-Ausbeutungen hatte die Liselotte Heinrichi für den ostdeutschen Staatsapparat um Welten besser und literarisch umgesetzt, weil von ihr richtig gut authetisch recherchiert. Während ja Karl Mays Geschichten seiner reinen Phantasie entsprangen. Und so bestand dies Leseverbot wegen diesem falschen Bild, das bei ihm die Idianer bekamen. Und - natürlich fand man auch, dass May dem kapitalistischen Gedankengut Vorschub leistete.


    Doch nun:
    "Die Kinder von Büllerbü" von Astrid Lindgreen


    Dazu kann ich sagen, dass auch diese Bücher bei uns NICHT zu haben waren.
    Allerdings kamen dann unsere Kinder durch Uli in diesen Genuß. Denn Uli traute sich, diese bei Besuchen einfach mitzubringen - und ihnen abends vorzulesen. Das war prima, Uli! :thumbup:

    Also das erstaunt mich ja nun doch sehr: Alfons Zitterbacke! :schoen: Dies ist ja ebenso eines meiner ersten Bücher! :yippie: Und - es ist ein Kinderbuch aus dem Jugendbuchverlag der DDR! :aehm:
    Soso, unsere Bücher konntet ihr also erwerben. Wir aber umgekehrt nicht eure! Pippi Langstrumpf gab es bei uns ja überhaupt nicht. Ebenso nicht Karl May. Diese Bücher waren regelrecht verboten.
    :freu: Aber Alfons Zitterbacke! Herrlich! Ich seh noch den festen Glanzeinband vor mir, mit dem Gesicht voller Sommersprossen. Die Haare rotblond. Sehr liebenswerter Typ. Weiß aber nicht mehr, wie es hieß.


    Mein Lieblingsbuch aus meiner Kindheit war die Trilogie der einzigen Indianer-Bücher (3 fette Wälzer), die bei uns erlaubt waren. Von Liselotte Welskopf Heinrichi.
    Band 1: Harka
    Band 2: Top und Harry
    Band 3 : Die Söhne der großen Bärin.
    Letzteres wurde verfilmt mit Gojko Mitic, unserem DDR-Idianer.


    ULI: Hier eine dem nachempfundene Eigendichtung:
    (meiner Schwester gewidmet)


    HANNA: Klasse gemacht! Uli,
    schade nur, daß die wirklich noch dort bis zur Wende gut schmeckende Semmel so schnell zu den westdeutschen aufgeblähten geschmacklich faden Produkten mutierte.

    Interessant, liebes Schwesterchen Uli! Erlaube mir hier doch mal einen Einschub: ^^


    Mir tun sich natürlich Parallelen auf. Zum Beispiel die Sache mit den Phrasen:
    *Staatsbürgerkunde-Unterricht. Klassenarbeit. Ich bekomme die Meine zurück mit den tadelnden Worten: "Phrasen! Brigitte, man merkt Dir leider an, dass Du nicht hinter dem stehst, was du da geschrieben hast. Somit sind das alles Phrasen! Wie soll ich das bewerten!? Vermeide das bitte künftig!"
    Tja - schmunzel - so war das normal :batsch:


    *Und zu Deiner originellen Umdichtung:
    Kicher! Du hast Dich damit als mein persönlicher Dolmetscher (meiner Muttersprache) qualifiziert! Bei Gelegenheit kommen wir drauf zurück...! :super:


    *Zu Ost-West -Semmel:
    Tja, nach der Wende war es für die Bäcker kaum noch möglich, eine Mehl-Mühle zu finden, die OHNE Zusatzmittel reingemischt zu haben, ihr Mehl anbot... Aber - einige, die sich auf die Suche begeben haben, und weite Anfahrtwege in Kauf nahmen - stellen heute noch die alten- tatsächlich viiiiel schmacklhafteren DDR- Semmeln her. Da steht dann immer dran: ".. nach aLter Art!" :yippie:

    Liebe Uli!
    Nein, das von Dir genannte Buch kenne und meine ich nicht. Meins hieß: "Die verlorenen Kinder" und handelt .... wie beschrieben im anderen Tread.
    Im übrigen: Das Buch "Novemberkind" hab und kenne ich nicht. Das, was ich von Dir habe, ist : "Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit" von Eva-Maria Neumann . Der ergreifende Tatsachen-Roman über eine gescheiterte DDR-Flucht - im Kofferraum eines Mercedes. Bin froh, dass es solche Bücher gibt, die über das Ganze mal ungeschönt berichten.




    Ansonsten möchte ich hier mal ausdrücklich was sagen, zum Thema Themenwechsel:


    Hier, in dem speziellen Fall, da ihr von Gummi -Erlebnissen erzählt, bin ich immer gaaaaaanz besonders erfreut!!! :jau: :yippie: :super: Weil: na, könnt ihr euch ja denken. Mir gehts da ähnlich wie Uli. Obwohl - wer von uns Beiden freut sich wohl mehr darüber, etwas von/über unseren Vater zu lesen!?!?!?!?!?!? Das wäre noch zu klären... Nee, brauchts eigentlich nicht. . . ( :rotwerd: )
    Aber: Ich möchte euch ermuntern, und festhalten, dass ihr grooooooße Freude mit solchen Erzählungen auslöst. Übrigens auch über vielleicht nicht so die schönsten Erlebnisse. Egal! :hehehe: ALLE sind mir wie Weihnachtsgeschenke! so gesehen: :freu:
    Herzlichen Dank, ihr, die ihr das vorherige schriebt.... schreibtet... geschrieben habt.... :schoen: